Neue Zahnbürsten braucht das Land

 

 

Diese Überschrift fiel mir ein, als ich jüngst durch die Zeitschrift “eCarTec Magazin” blätterte. Hier geht es um Elektroautos und -etwas hochtrabend- die: “eMobility Revolution”. Ob von BMW, Audi oder anderen Herstellern: Technischer Fortschschritt ist bald als Serienprodukt erhältlich.  Elektromobilität hat sich längst zu einem Milliardenmarkt entwickelt. Aber ich bezweifle, dass mit dieser neuen Technologie auch nur kleinste Fortschritte für intelligente Mobiltät erreicht werden.

Übertragen wir diesen “Revolutions”-Ansatz auf Zahnhygiene. Wir benötigen demnach technisch fortschrittliche Zahnbürsten, z.B. mit Elektromotor. Besonders schick sind auch Zahnbürsten mit Hybridmotor-Borstenverstellung. Nicht zu vergessen Zahnpasta aus Bioenergie statt wie bisher aus Erdöl….

Die entscheidende Frage ist jedoch: Wie putzen wir uns vernünftig die Zähne? Die high-tech Zahnbürste nutzt nichts, wenn sie falsch eingesetzt wird. Eine traditionelle Handzahnbürste, regelmäßig benutzt (nach jedem Essen…) ist besser für die Zahnhygiene als die Super-Elektrozahnbürste, die nur einmal täglich abends vor dem Zubettgehen benutzt wird.

Ob gesunde Zähne oder intelligente Mobilität: Es geht primär um unser Verhalten und danach irgendwann um die Technik. Fahrten zu vermeiden ist immer ökologischer als Parallelfahrten mit den heute umweltfreundlichsten Autos zu absolvieren.

Dies betrifft z.B. Fahrten zur Apotheke. In Stadtapotheken, die eher am Stadtrand liegen, ist es normal, dass aus umliegenden Ortschaften Rezepte einer Gemeinde eingelöst werden. Leider ist es dabei sehr häufig so, dass die Nachbarn eines Straßenzugs einzeln fahren. Oder als allgemeine Erfahrung: Wir treffen unsere Nachbarn “zufällig” in der Stadt, weil wir im gleichen Baumarkt oder bei dem Wochenmarkt einkaufen.

Die Website www.nhnandf.net hilft Nachbarn, Fahrten zu gemeinsamen Zielen zu bündeln. Hier geht es um  ein anderes Mobilitätsverhalten als wir es gewohnt sind. Wir sind selbstbeweglich (griechisch: auto – mobil). Verändern wir doch unser Verhalten und fahren heute für den befreundeten Nachbarn zur Apotheke. Und morgen bringt dieser Nachbar uns die Medizin mit, die in der Apotheke nicht sofort lieferbar war.

Wenn Nachbarschaftshilfe funktioniert, kann sie über eine Homepage wie www.nhnandf.net verbessert werden. Dann erübrigen sich zufällige Treffen in der Stadt, denn per Internet wird systematisch die nötige Mobilität unter befreundeten Nachbarn optimiert. Und dann erst macht es Sinn, loszufahren. Egal mit welcher Zahnbürste, nein: mit welchem Auto!

PS.: Der Vergleich hinkt in mindestens einem Punkt: Zahnbürsten sollten öfters als Autos neu gekauft werden…