Die Einführung der Mega-Liner: Sind deutsche Straßen geeignet?

 

 

tonMegaliner sind auch unter dem Begriff Giga-Liner oder 60-Tonner bekannt. Diese Giganten der Straße werden seit einigen Jahren immer öfter von Experten kritisch unter die Lupe genommen. Die Einführung solcher Monster-Trucks ist in Deutschland umstritten und so wird oft über die Vor- und Nachteile der 60-Tonner diskutiert. In den USA oder Nordamerika werden die Mega-Liner auch Long-Vehicles-Combinations genannt und sind aus dem Verkehr kaum mehr wegzudenken. Warum sind die Mega-Liner im Ausland so beliebt und in Deutschland sowie der EU nicht anzufinden? Um diese Frage zu beantworten, muss ein näherer Blick auf den Straßenschädigungsfaktor geworfen werden!

Im Jahre 2006 wurde in dem Bundesland Niedersachsen ein Pilotprojekt gestartet, das die Gefahren und Fakten von Mega-Linern etwas näher beleuchtet hat. Immerhin geht es hier um Fahrzeuge, die eine Länge bis zu 26 Meter haben können und ein stolzes Gewicht von 60 Tonnen auf die Waage bringen. Ergebnis: Auf bestimmten Strecken und außerhalb von geschlossenen Ortschaften könnten die Liner ihren Dienst problemlos verrichten. Jedoch ist dies nicht so einfach umzusetzen, besonders nicht, wenn man sich das Straßennetz Deutschlands etwas näher anschaut. In den Ländern, in denen solche Mega-Liner in den Straßenverkehr eingeführt wurden, wie Neuseeland, Australien oder der USA, dürfen sie auch nur auf speziell gekennzeichneten Straßen fahren. Es ist demnach nicht erlaubt, jede Straße zu befahren oder gar Ortschaften zu durchqueren. Soviel Freiheit haben wir in Deutschland leider nicht, hier ist das Straßennetz bereits zu ausgelastet.

Doch was ist eigentlich das Problem?

Es geht bei den Mega-Linern weniger um das eigentliche Gewicht von 60 Tonnen, sondern viel mehr um die eigentliche Achslast der Fahrzeuge. Es ist bekannt, dass die Belastung einer Straße nicht ausschließlich vom Gewicht der Fahrzeuge oder LKWs abhängt. Es ist die Achslast, die Art der Federung und die Bereifung, die darüber entscheiden, wie stark das jeweilige Fahrzeug die Fahrbahn schädigt. Die Fragen die man sich in diesem Zusammenhang stellt sind also: Luft- oder Blattfeder? Zwillings- oder Einzelbereifung? Diverse Gutachten belegen dabei folgende Theorie: Die Zwillingsbereifung ist halb so schädlich wie die Einfachbereifung. Ähnlich ist das Ergebnis von Luftfeder zu Blattfeder.

Die Belastung der Straße ist eine Herausforderung

Es ist bekannt, dass die Belastung der Straße mit der Achslast steigt. Die Steigerung erfolgt in der 4. Potenz mit dem Gewicht des Fahrzeugs. Unterschiedliche Straßentests und Belastungs-Test haben ergeben, dass komischerweise die heutigen EU-LKWs mit einem 40t Gesamtgewicht und einer 11,5t Antriebsachse, der Straße 50% mehr schaden als der 6-Achsige 60-Tonner mit einer Zwillingsbereifung. Der Mega-Liner hat 22 Reifen auf die sich das Gesamtgewicht gleichmäßig verteilt. Das bedeutet, der Mega-Liner ist mir seiner Bereifung, trotz des enormen Mehrgewichts um einiges schonender unterwegs als die hier üblichen LKWs. Der hier übliche 5-Achser der meist ein 5-Achser mit Einzelbereifung ist, besitzt dazu eine knapp 20% stärkere Nutzlast.
Bei 40 Tonnen Gesamtgewicht ist es noch in Ordnung, jedoch wird bei 60 Tonnen eine enorme Belastung.

Voraussetzung für die Zulassung sind also die erörterten Achslasten, die je nach Bereifung unterschiedliche Schäden auf deutschen Straßen verursachen. Der Straßen-Beschädigungs-Faktor (road damage factor) errechnet sich also bei jedem LKW neu und ist die entscheidende Größe. Deutsche Straßen könnten daher den Mega-Liner tragen.